Fahrtenbuch Schweiz: Pflicht, Vorlage und digital führen
Fahrtenbuch in der Schweiz: wann es Pflicht ist, was rein muss und wie du es digital statt auf Papier führst — mit Privatanteil-Tipp für Garagen.
- Fahrtenbuch
- Geschäftsfahrzeug
- Schweiz
- Fahrzeugverwaltung
«Brauche ich in der Schweiz ein Fahrtenbuch?» — die ehrliche Antwort lautet: meistens nicht zwingend, aber oft lohnend. Es gibt keine allgemeine Fahrtenbuchpflicht wie in einigen Nachbarländern. Sobald aber ein Geschäftsfahrzeug auch privat genutzt wird, entscheidet das Fahrtenbuch über die Steuerrechnung. Hier kommt die Praxis für Garagen, Aussendienst und Einzelfirmen.
Gibt es eine Fahrtenbuchpflicht in der Schweiz?
Eine generelle gesetzliche Pflicht zum Führen eines Fahrtenbuchs gibt es nicht. Relevant wird es in zwei Situationen:
- Privatanteil am Geschäftsfahrzeug: Wer ein Firmenauto auch privat fährt, muss diesen Privatanteil als Lohnbestandteil versteuern.
- Vorsteuer und Aufteilung: Bei gemischt genutzten Fahrzeugen kann der Nachweis der geschäftlichen Fahrten für die MWST-Vorsteuer eine Rolle spielen.
In beiden Fällen ist das Fahrtenbuch kein Selbstzweck, sondern dein Beweismittel gegenüber der Steuerverwaltung.
Pauschale oder effektiv: die 0.9%-Regel
Für den Privatanteil hast du zwei Wege. Entweder die Pauschale von 0.9% des Kaufpreises pro Monat (seit 2022 deckt sie auch den Arbeitsweg ab) — dann brauchst du kein Fahrtenbuch. Oder die effektive Methode: Du weist die tatsächlich privat gefahrenen Kilometer nach — und genau dafür brauchst du ein lückenloses Fahrtenbuch.
Die effektive Methode lohnt sich, wenn der private Anteil klein ist und die Pauschale teurer käme. Bei einem 50’000-Franken-Auto sind 0.9% immerhin CHF 450 pro Monat, die als Lohn aufgerechnet werden.
Was ins Fahrtenbuch gehört
Damit es vor der Steuerverwaltung standhält, braucht jede Fahrt:
- Datum der Fahrt.
- Kilometerstand bei Start und Ziel (oder die gefahrene Strecke).
- Start- und Zielort.
- Zweck — geschäftlich oder privat, bei geschäftlich mit kurzer Notiz (Kunde, Auftrag).
Entscheidend ist die Lückenlosigkeit: Nachträglich rekonstruierte oder geschätzte Einträge akzeptiert die Steuerverwaltung im Zweifel nicht.
Papier, Excel oder digital?
Ein Block im Handschuhfach ist schnell verloren oder unleserlich. Eine Excel-Tabelle ist besser, aber man füllt sie selten zeitnah aus — und genau das ist das Problem, weil lückenhafte Bücher verworfen werden. Eine digitale Lösung erfasst Fahrten direkt am Fahrzeug, rechnet Kilometer automatisch und macht den Export für die Steuer zum Knopfdruck.
Für Betriebe mit mehreren Fahrzeugen — Vorführwagen, Ersatzfahrzeuge, Servicebus — kommt dazu, dass jedes Auto sein eigenes Buch braucht. Das lässt sich nur digital sauber trennen. Wie sich ein ganzer Fuhrpark zentral verwalten lässt, zeigt die Fahrzeugverwaltung für Garagen.
Fahrtenbuch und Serviceheft gehören zusammen
Wer ohnehin schon jedes Fahrzeug digital pflegt, führt Fahrtenbuch und Service-Historie idealerweise am selben Ort. So stehen Kilometerstand, Wartungen und Fahrten konsistent beieinander — praktisch für den Wiederverkaufswert und lückenlos für die Steuer. Mehr dazu im digitalen Serviceheft.
Fazit
Ein Fahrtenbuch ist in der Schweiz selten Pflicht, aber das beste Mittel, um den Privatanteil effektiv statt pauschal abzurechnen — und das spart bei tiefem Privatanteil Geld. Wichtig ist die lückenlose, zeitnahe Erfassung; digital geführt erledigt sich das fast von selbst.
Schraubr verwaltet Fahrzeuge samt Kilometerstand und Historie an einem Ort — kostenlos für freie Garagen mit bis zu 10 Fahrzeugen. Konto erstellen →
Kein Steuerberatungsersatz. Die Behandlung des Privatanteils im Einzelfall mit der kantonalen Steuerverwaltung oder der Treuhand klären.