Fahrzeughandel in der Garage: Ankauf bis Verkauf
Occasionen handeln ohne Excel-Chaos: vom Ankauf über das Lagerfahrzeug bis zum Verkauf mit Kaufvertrag und QR-Rechnung — der Ablauf für Schweizer Garagen.
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Viele Schweizer Garagen handeln nebenbei mit Occasionen: ein Eintausch hier, ein Kommissionswagen da, gelegentlich ein gezielter Ankauf zum Weiterverkauf. Das Problem ist selten der Handel selbst — es ist die Administration. Ankaufsdaten in einer Excel-Tabelle, der Kaufvertrag als Word-Vorlage, die Rechnung im Buchhaltungstool, die Fotos auf dem Handy. Vier Systeme, kein roter Faden.
Dieser Ratgeber zeigt den kompletten Fahrzeughandel-Ablauf in einem System — vom Ankauf bis zum Verkauf, ohne dass sich Handelsbestand und Kundenfahrzeuge vermischen.
Der Lebenszyklus eines Handelsfahrzeugs
Ein Handelsfahrzeug durchläuft vier Phasen:
- Ankauf — das Fahrzeug kommt in deinen Bestand (gekauft oder in Kommission übernommen).
- Lager — es steht bei dir, wird inseriert, wartet auf den Käufer.
- Reserviert — ein Interessent hat zugesagt, der Verkauf läuft.
- Verkauft — Vertrag und Rechnung sind raus, das Fahrzeug ist übergeben.
Entscheidend ist, dass diese Handelsfahrzeuge getrennt von den Kundenfahrzeugen geführt werden. Ein Kundenfahrzeug hat eine Service-Historie, einen Halter, einen Termin. Ein Lagerfahrzeug hat einen Einkaufspreis, eine Standzeit und eine Zielmarge. Wirft man beides in dieselbe Liste, verliert man den Überblick — und im schlimmsten Fall gibt man Halterdaten eines Kundenfahrzeugs in einem Inserat preis.
Schritt 1: Ankauf in Sekunden erfassen
Beim Ankauf brauchst du drei Dinge: die Fahrzeugdaten, den Ankaufspreis und das Datum.
Statt Marke, Modell, VIN und Stammnummer vom Fahrzeugausweis abzutippen, fotografierst du den Ausweis — die Scan-Funktion liest die Daten automatisch aus. Dann erfasst du Ankaufspreis und -datum und markierst das Fahrzeug als Lagerfahrzeug. Fertig — der Wagen ist in deinem Handelsbestand, sauber getrennt vom Kundengeschäft.
Schritt 2: Inserieren — ohne Datenleck
Ein Lagerfahrzeug willst du verkaufen, also muss es sichtbar sein. Über einen signierten Galerie-Link teilst du technische Daten und Fotos — auf Inserate-Plattformen, per WhatsApp oder direkt mit Interessenten.
Was dabei nie nach aussen geht: Halter-, Kunden- oder Eigentümerdaten. Die öffentliche Galerie zeigt ausschliesslich Technik und Bilder. Das ist nicht nur Datenschutz-Hygiene, sondern bei Kommissionsfahrzeugen Pflicht — der Vorbesitzer hat dir das Fahrzeug anvertraut, nicht seine Adresse dem Internet.
Schritt 3: Verkaufen — Vertrag und Rechnung in einem Zug
Hier trennt sich sauberer Handel von der Zettelwirtschaft. Beim Abschluss brauchst du zwei Dokumente:
- Den Kaufvertrag. Schweizer Kaufvertrag nach TCS/AGVS-Muster: Käuferdaten, Fahrzeugdaten, Preis — und die rechtlich heiklen Punkte sauber geregelt. Du wählst die Gewährleistung (ab Platz, Händlergarantie oder zwei Jahre nach Art. 210 OR), erklärst Unfallfreiheit, listest bekannte Mängel und hältst Zahlungs- und Übergabe-Details fest. Im Übrigen gelten die gesetzlichen Bestimmungen über den Kaufvertrag (Art. 184 ff. OR).
- Die Handelsrechnung. Eine konforme Schweizer QR-Rechnung — mit oder ohne MWST, je nach Steuerstatus deiner Garage. Privatverkauf eines Margenfahrzeugs ohne MWST? Feld leer lassen. MWST-pflichtig? Satz hinterlegen.
Beides entsteht aus denselben Fahrzeugdaten, die du beim Ankauf schon erfasst hast. Kein zweites Mal abtippen.
Übrigens: Ein Fahrzeug mit lückenlosem digitalen Serviceheft erzielt beim Verkauf einen spürbar besseren Preis — die dokumentierte Wartungshistorie ist eines der ersten Dinge, die Occasions-Käufer prüfen.
Eigenhandel oder Vermittlung?
Nicht jeder Verkauf ist gleich. Beim Eigenhandel kaufst du das Fahrzeug an, es gehört dir, du verkaufst es weiter und trägst Gewährleistung und Risiko. Bei der Vermittlung (Kommission) bleibt das Fahrzeug im Eigentum des Halters — du verkaufst in seinem Auftrag und verdienst an der Provision.
Die beiden Wege haben unterschiedliche Verträge, unterschiedliche Rechnungen und eine unterschiedliche Haftung. Wie die Vermittlung samt automatischer Provisionsrechnung funktioniert, steht im Ratgeber zur Provisionsrechnung.
Margen und Bestand im Blick
Wer mit mehr als zwei, drei Fahrzeugen gleichzeitig handelt, verliert ohne Übersicht schnell Geld. Pro Lagerfahrzeug zählen drei Zahlen: Einkaufswert, Standzeit und erzielte Marge. Ein Wagen, der seit fünf Monaten steht, bindet Kapital — das siehst du nur, wenn Ankauf und Verkauf im selben System liegen.
Was es kostet
Bis zu 10 Fahrzeuge sind bei Schraubr kostenlos — Lagerfahrzeuge eingeschlossen, ohne Abo und ohne Kreditkarte für den Einstieg. Erst darüber greift die Premium-Stufe (CHF 30 pro Monat, Gründer-Tarif bis 30.06.2026). Für eine Garage, die nebenbei handelt, reicht die Gratis-Stufe oft über Monate.
Fazit
Fahrzeughandel scheitert selten am Verkauf — er scheitert an der Administration. Wer Ankauf, Lager, Vertrag und Rechnung in einem System führt, spart pro Fahrzeug Stunden und vermeidet die zwei teuersten Fehler: vermischte Bestände und preisgegebene Halterdaten.
Der Ablauf in Kürze:
- Ankauf per Foto erfassen, als Lagerfahrzeug markieren.
- Inserieren über einen signierten Link — nur Technik, keine Personendaten.
- Verkaufen mit Kaufvertrag (Art. 210 OR) und QR-Handelsrechnung aus einem Zug.
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