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Rechnung schreiben als Privatperson (Schweiz): so geht's

Rechnung schreiben als Privatperson in der Schweiz: welche Angaben reichen, warum keine MWST draufgehört, ein Muster und was bei Kunden ohne Firma gilt.

schraub.ch Team Aktualisiert am
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Als Privatperson kannst du in der Schweiz jederzeit eine Rechnung schreiben, ohne Firma und ohne Handelsregistereintrag. Auf die Rechnung gehören dein Name und deine Adresse, der Empfänger, das Datum, die Leistung, der Betrag und deine IBAN. MWST gehört nicht drauf, solange du unter CHF 100’000 Umsatz pro Jahr bleibst. Hier findest du die Angaben, ein Muster und was gilt, wenn der Kunde selbst eine Privatperson ist. Den schnellsten Weg zur fertigen QR-Rechnung bietet die kostenlose Rechnungsvorlage von schraub.ch.

Wann schreibt eine Privatperson eine Rechnung?

Häufiger, als man denkt: Du reparierst einem Nachbarn das Auto, arbeitest nebenbei als Mechaniker am Wochenende, verkaufst einen Satz Winterräder oder verrechnest einem Verein deine Auslagen. Sobald jemand für eine Leistung bezahlen soll, schafft eine Rechnung Klarheit. Sie hält fest, was vereinbart war, und gibt dem Kunden alles, was er zum Bezahlen braucht.

Eine Formvorschrift gibt es nicht. Die Rechnung kann ein Brief, ein PDF oder eine QR-Rechnung sein. Entscheidend ist, dass sie vollständig und eindeutig ist.

Diese Angaben gehören auf die Rechnung

Angabe Beispiel Gehört drauf?
Dein Name und deine Adresse Marco Muster, Bahnhofstrasse 3, 3000 Bern Ja
Name und Adresse des Empfängers Anna Beispiel, Seestrasse 5, 3005 Bern Ja
Rechnungsdatum 23.10.2026 Ja
Leistung Bremsbeläge vorne ersetzt, VW Polo, inkl. Teile Ja
Betrag in CHF CHF 180.00 Ja
Zahlungsangaben IBAN CH00 0000 0000 0000 0000 0, Frist 30 Tage Dringend empfohlen
Rechnungsnummer 2026-003 Empfohlen
Hinweis auf fehlende MWST «Nicht mehrwertsteuerpflichtig» Empfohlen

Eine UID brauchst du nicht. Die Unternehmens-Identifikationsnummer haben eingetragene Unternehmen, und als Privatperson hast du keine. Eine MWST-Nummer darfst du nur angeben, wenn du im MWST-Register eingetragen bist.

Muster: Rechnung von Privatperson an Privatperson

Marco Muster Bahnhofstrasse 3 · 3000 Bern

Rechnung an: Anna Beispiel, Seestrasse 5, 3005 Bern Datum: 23.10.2026 · Rechnung Nr.: 2026-003

Bremsbeläge vorne ersetzt, VW Polo BE 123 456 Bremsbeläge (Satz): CHF 65.00 Arbeit (1.5 Std. à CHF 60.–): CHF 90.00 Bremsenreiniger, Kleinmaterial: CHF 25.00 Total: CHF 180.00

Nicht mehrwertsteuerpflichtig. Zahlbar innert 30 Tagen auf IBAN CH00 0000 0000 0000 0000 0, lautend auf Marco Muster.

Die Rechnungsnummer ist für Privatpersonen nicht vorgeschrieben. Sie hilft aber, wenn du mehrere Rechnungen stellst oder eine Zahlung zuordnen musst.

Warum keine MWST auf die Rechnung gehört

Von der MWST-Pflicht befreit ist, wer innerhalb eines Jahres weniger als CHF 100’000 Umsatz erzielt (Art. 10 Abs. 2 lit. a MWSTG). Als Privatperson mit gelegentlichen Rechnungen liegst du weit darunter. Dann gilt: keine MWST-Zeile, kein Steuersatz, kein «inkl. MWST». Wer eine Steuer ausweist, ohne registriert zu sein, schuldet sie trotzdem (Art. 27 Abs. 2 MWSTG).

Die ganze Regel, mit Pflichtangaben und Fehlerliste, steht im Ratgeber Rechnung ohne MWST Schweiz. Wer regelmässig fakturiert und auf die Grenze zuläuft, liest den Beitrag Nicht MWST-pflichtig? Rechnung schreiben unter CHF 100’000.

Steuern und AHV: was du wissen musst

Eine Rechnung zu schreiben ist unkompliziert, die Einnahmen bleiben aber Einkommen. Sie gehören in die Steuererklärung. Wer regelmässig gegen Entgelt arbeitet, gilt schnell als selbständig erwerbstätig, und dann können AHV-Beiträge anfallen. Wie das bei dir aussieht, klärst du am besten früh mit deiner Ausgleichskasse, bevor aus dem Nebenjob ein Geschäft wird.

Rechnung an eine Privatperson: was sich ändert

Ob du als Privatperson oder als Garage fakturierst: Ist der Empfänger eine Privatperson, ändert sich an den Angaben fast nichts. Der Unterschied liegt beim Kunden. Eine Privatperson verbucht deine Rechnung nicht und zieht keine Vorsteuer ab. Sie will wissen, was sie wofür bezahlt und wie sie bezahlt. Schreib die Leistung deshalb im Klartext, ohne interne Kürzel, und gib eine klare Frist an.

Für Garagen gilt zusätzlich: Teile, Arbeitsstunden und Fahrzeug gehören einzeln auf die Rechnung. Eine Struktur mit Positionen für die Werkstatt liefert die Rechnungsvorlage Autogewerbe.

QR-Rechnung: bequemer für den Kunden

Die QR-Rechnung funktioniert für Privatpersonen genauso wie für Firmen. Der Kunde scannt den Code in seiner Banking-App und muss weder IBAN noch Betrag abtippen. Ohne MWST ist der Rechnungsbetrag zugleich der Betrag im QR-Code. Brauchst du keine QR-Referenz, reicht deine normale IBAN. Wie die QR-Rechnung im Detail funktioniert, steht in der Anleitung zur QR-Rechnung.

Zahlungsfrist und Mahnung

Setz eine klare Zahlungsfrist, zum Beispiel «zahlbar innert 30 Tagen». Zahlt der Kunde nicht, gerät er nach Schweizer Recht nicht automatisch in Verzug. Erst eine Mahnung mit neuer Frist setzt ihn in Verzug, und ab dann können Verzugszinsen laufen. Meist erledigt eine freundliche Zahlungserinnerung die Sache schon.

Datenschutz nicht vergessen

Mit Name und Adresse verarbeitest du Personendaten. Für die Rechnung ist das zulässig. Bewahre die Daten aber sicher auf und nutze sie nicht ohne Einwilligung für anderes, etwa für Werbung.

Fazit

Als Privatperson schreibst du eine Rechnung ohne Firma, ohne UID und ohne MWST: Name, Adresse, Datum, Leistung, Betrag und IBAN genügen, dazu eine Frist und ein kurzer Hinweis auf die fehlende MWST. Mit der QR-Rechnung zahlt dein Kunde in Sekunden.

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Kein Rechts- oder Steuerberatungsersatz. Bei Verzug, Betreibung, Steuern oder AHV im Zweifel eine Fachstelle oder Treuhand beiziehen.

Häufige Fragen

Darf ich als Privatperson ohne Firma eine Rechnung schreiben?

Ja. Für eine Rechnung brauchst du weder eine Firma noch einen Handelsregistereintrag noch eine UID. Name, Adresse, Datum, Leistung, Betrag und deine IBAN genügen.

Muss ich als Privatperson MWST verrechnen?

Nein, solange du innerhalb eines Jahres weniger als CHF 100'000 Umsatz erzielst (Art. 10 Abs. 2 lit. a MWSTG). Du darfst dann auch keine MWST auf die Rechnung schreiben, sonst schuldest du sie der ESTV.

Muss ich Einnahmen aus Rechnungen versteuern?

Ja. Einkünfte aus einer Nebentätigkeit gehören in die Steuererklärung. Ob und ab welchem Betrag AHV-Beiträge anfallen, klärst du mit deiner Ausgleichskasse.

Was tun, wenn eine Privatperson die Rechnung nicht bezahlt?

Schick nach Ablauf der Frist eine Mahnung mit neuer Frist. Erst damit gerät der Kunde in Verzug, und ab dann können Verzugszinsen laufen. Bleibt auch die Mahnung ohne Wirkung, ist die Betreibung der nächste Schritt.